Artikel: Kreatin in der (Peri-)Menopause

Kreatin in der (Peri-)Menopause
In diesem Beitrag zeigt Dir unsere Expertin Gaby von Madeyski, welche Rolle Kreatin in der (Peri-)Menopause spielen kann und wie Du Deinen Körper in dieser Phase gezielt unterstützen kannst.
Warum der Bedarf steigt und warum Frauen profitieren können
Sicherlich hast Du schon von Kreatin gehört - meist wird es nur als steroidähnliche Substanz dargestellt, die nur von Bodybuildern eingenommen wird oder auch auf seine stimmungsaufhellende Wirkung.
In Wahrheit ist Kreatin ein wichtiger Energieüberträger in unseren Muskeln und unserem Gehirn und das wissenschaftlich am besten untersuchte Nahrungsergänzungsmittel überhaupt. Viele profitieren von seiner Einnahme oder einer kreatinreichen Ernährung.
Doch warum ist es besonders interessant für Frauen 40+?
Kreatin kann neben der Muskelkraft und Energie auch Knochengesundheit und kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen - genau die Bereiche, in denen viele Frauen in dieser Lebensphase Einbußen spüren.
Was ist Kreatin eigentlich?
Kreatin ist eine körpereigene Substanz, die vor allem in der Skelettmuskulatur und im Gehirn gespeichert wird und dort als schneller Energielieferant (ATP-Receycling) dient. Ein Teil wir in Leber und Niere gebildet, der Rest über die Ernährung (v.a. Fisch, Fleisch) aufgenommen- Frauen haben durchschnittlich geringere Kreatinspeicher als Männer und nehmen meist weniger Kreatin über die Nahrung auf, da sie häufig weniger Fleisch essen. Hormonelle Schwankungen im weiblichen Lebenslauf - Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Postpartum, Peri- und Postmenopause - beeinflussen zusätzlich Synthese, Transport und Nutzung von Kreatin.
Warum steigt der Kreatinbedarf in der (Peri-)Menopause?
In der Perimenopause beginnen Östrogen und Progesteron zu schwanken und sinken schließlich in der Menopause deutlich ab; das beschleunigt den Verlust von Muskelmasse (Sarkopenie) und Knochendichte. Studien zeigen, dass Frauen schon ab etwa 30 jeder Dekade 3–5 % Muskelmasse verlieren – nach der Menopause nimmt dieser Verlust durch den Östrogenabfall noch einmal deutlich zu. Gleichzeitig klagen viele über Erschöpfung, Leistungseinbrüche, Gewichtszunahme und „Brain Fog“, was auf Veränderungen im Energiestoffwechsel und in der neuronalen Funktion hingewiesen wurde. Da Kreatin direkt am zellulären Energiesystem beteiligt ist, steigt der funktionelle Bedarf in Phasen, in denen Muskeln, Knochen und Gehirn gleichzeitig unter Druck geraten – genau das ist in der (Peri)Menopause der Fall.
Wie können Frauen nun konkret von Kreatin profitieren?
1. Muskeln, Kraft und Körperzusammensetzung
Der Verlust fettfreier Muskelmasse ist einer der zentralen „Game Changer“ in der Menopause – er beeinflusst Grundumsatz, Insulinsensitivität, Kraft und Sturzrisiko. Mehrere Studien belegen, dass eine Kreatin-Supplementierung in Kombination mit Krafttraining bei postmenopausalen Frauen Muskelmasse und Kraft verbessern und funktionelle Fitness (z. B. Aufstehen, Treppensteigen) steigern kann. Kreatin erhöht die intramuskulären Energiereserven, verzögert Ermüdung und macht Workouts effizienter; Viele Frauen berichten, dass sie mehr Wiederholungen schaffen und sich schneller von Trainingseinheiten erholen
Ein Nebeneffekt ist, dass Kreatin Wasser in die Muskelzellen zieht, wodurch die Muskeln praller wirken; Auf der Waage können 1–3 kg mehr erscheinen, obwohl sich die Körperzusammensetzung verbessert. Gerade in den Wechseljahren, in denen Gewichtszunahme ein häufiges Thema ist, kann mehr Muskelmasse helfen, den Grundumsatz zu stabilisieren und die Körperform langfristig positiv zu beeinflussen.
2. Knochendichte und Osteoporose-Risiko
Mit dem Östrogenabfall steigt der Knochenabbau, und Frauen können in den ersten fünf bis sieben Jahren nach der Menopause bis zu 20 % ihrer Knochendichte verlieren. Studien zeigen, dass Kreatin in Kombination mit Krafttraining Marker die Knochengesundheit verbessern und die Knochenmineraldichte – insbesondere in der Hüfte – positiv beeinflussen kann. In einer medizinischen Untersuchung postmenopausaler Frauen, die über 12 Monate Kreatin plus Krafttraining durchführten kam es zu einer Verbesserung der Hüftknochendichte, besonders wenn sie vorher noch kein Krafttraining gewohnt waren. Damit wird Kreatin zu einem zusätzlichen Baustein in einem ganzheitlichen Osteoporose-Präventionskonzept aus Proteinzufuhr, Vitamin D/K2, Mineralstoffen und Krafttraining.
3. Energie, Gehirn und Psyche
Kreatin wirkt nicht nur im Muskel, sondern auch im Gehirn; Es unterstützt mentale Energie, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung. Für Frauen mit Fatigue, Konzentrationsproblemen und Stimmungsschwankungen in der Peri und Postmenopause ist das besonders interessant, da sinkende Östrogenspiegel auch die neuronale Funktion beeinflussen. Eine Auswertung von Studien zur Kreatin-Supplementierung bei Frauen berichtet über höhere Knochendichte, optimierte physische und mentale Leistungsfähigkeit sowie einen verbesserten psychischen Zustand. Erste Daten deuten außerdem darauf hin, dass Kreatin Entzündungen und oxidativen Stress reduzieren kann, was ebenfalls zu einer besseren Muskel-, Knochen- und Gehirnfunktion beitragen könnte.
4. Perimenopause – die oft übersehene Phase
Für die Perimenopause gibt es bisher weniger spezifische Studien, doch die bekannten Mechanismen sprechen klar für einen Nutzen. In dieser Phase stehen Gewichtszunahme, Leistungseinbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen im Vordergrund – alle Bereiche, in denen Kreatin über Muskel, Knochen- und Hirneffekte positiv wirken kann. Longevity-Ansätze betonen, dass gerade diese Jahre entscheidend sind, um die Weichen für gesundes Alter zu stellen; der Erhalt von Muskel- und Knochenmasse ist dabei zentral.
Ist Kreatin sicher – und was ist zu beachten?
Die am besten untersuchte Form ist Kreatin-Monohydrat; Es gilt in empfohlenen Dosierungen bei gesunden Personen als gut verträglich, auch in Studien an Frauen in den Wechseljahren. Die meisten Untersuchungen verwenden 3–5 g täglich über mehrere Monate; Höhere Dosierungen wurden ebenfalls geprüft, sollten aber individuell bewertet werden. Typische Effekte sind eine leichte Gewichtszunahme durch Wasserbindung im Muskel und gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei zu hoher Einmaldosis oder schlechter Flüssigkeitszufuhr. Menschen mit vorbestehenden Nierenerkrankungen oder relevanten Vorerkrankungen sollten Kreatin nur nach medizinischer Rücksprache verwenden, da zwar keine eindeutigen Schäden bei Gesunden gezeigt wurden, aber Vorsicht geboten ist.
Abschließend noch eine Übersicht über kreatinhaltige Lebensmittel (Angaben in g pro kg):
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Hering: 6,5–10
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Lachs: 4,5
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Rindfleisch: 4,5
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Thunfisch: 4
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Kabeljau: 3
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Milch: 0,1












